Pflege

Lippenpflege im Föhn: weniger knabbern, besser schützen

· von Sarah Vogel

Der Wind an der Zugstation und die warme Luft im Büro sind für meine Lippen keine gute Kombination. Früher habe ich dann ständig nachgeschmiert und unbewusst an trockenen Stellen gezupft. Beides hat nicht wirklich gelöst, was mich gestört hat.

Der Alltag beginnt vor dem Lippenbalsam

Trinken gehört dazu, ohne Wasser als Wundermittel darzustellen. Ebenso wichtig ist, dass ich nicht ständig mit der Zunge über die Lippen fahre. Der kurze feuchte Eindruck macht das Trockenheitsgefühl anschliessend oft unangenehmer.

Bei der Reinigung reibe ich Lippenstift nicht mit einem rauen Tuch weg. Ein sanftes Entfernen spart mechanische Reize. Ein Peeling mit Körnern brauche ich bei spröden oder verletzten Lippen nicht. Die Vorstellung, man müsse Haut erst «befreien», bevor Pflege wirken kann, führt schnell zu viel Druck.

Pflege mitnehmen statt neu kaufen

Ein einfacher, gut vertragener Balsam liegt bei mir in der Jacke und nicht nur zu Hause im Bad. So benutze ich ihn, bevor ich lange draussen bin. Häufig wechselnde Aromen und Kühleffekte machen die Anwendung zwar interessant, erschweren aber die Frage, was ich eigentlich vertrage.

Abends trage ich keine zehn Produkte auf, sondern rechtzeitig eine Schicht meiner gewohnten Pflege. Das reicht. Bei trockener Raumluft bemerke ich ausserdem, ob ich nachts durch den Mund atme; anhaltende Probleme dort sind eher etwas für eine ärztliche Abklärung als für eine stärkere Salbe.

Wenn die Risse bleiben

Schmerzhafte Risse an den Mundwinkeln, wiederkehrende Bläschen, Krusten oder deutliche Schwellungen sollte man nicht allein behandeln. Auch Eisenmangel oder andere Ursachen kann man aus dem Aussehen nicht erkennen. Die Apotheken in der Schweiz sind für viele unkomplizierte Pflegefragen eine niederschwellige Anlaufstelle.

Meine ehrliche Winterbilanz: Der grösste Fortschritt war kein luxuriöser Tiegel. Ich habe aufgehört, an kleinen Hautstücken zu ziehen und zwei neue Produkte gleichzeitig zu verwenden. Der Rest ist Routine, die man auch in einer gefüllten Handtasche unterbringt.

Wenn der Fön kommt

An trockenen Tagen kommt bei mir eine dünne Schicht Balsam auf die Lippen, bevor der Wind richtig spürbar wird. Den Stick lasse ich nicht in der warmen Heizungsluft auf dem Fenstersims liegen. Unterwegs habe ich ihn griffbereit; so gibt es keine Diskussion, bis man wieder zu Hause ist. Lippenstift verwende ich nur, wenn die Haut darunter ruhig ist, und nehme ihn am Abend schonend ab. Bei Rissen würde ich keinen farbigen Glanz darüberlegen, nur weil etwas gut aussieht. Genauso verzichte ich auf wärmende oder prickelnde Booster, wenn die Lippen bereits irritiert sind. Es darf weh tun genug sein, das Aussehen vorübergehend zurückzustellen und abzuklären, was los ist.